Von der Grafschaft, für die Grafschaft: Irgendwo Da Draussen

Eine Region vereint sich musikalisch zum Song „Irgendwo Da Draußen“

„Es ist nur ein Song. Ein Song, der ein unbeschreibliches Ausmaß angenommen hat.“ betont der Kulturmanagement Student Tom Wolf im Interview. Der 25jährige Nordhorner schrieb Text und Musik des Songs „Irgendwo Da Draußen“, welcher von über 200 Grafschafter Künstlern in einem Musikvideo performt wurde. Ein Geschenk von der Grafschaft, für die Grafschaft. Keine politische Nachricht und auch kein Spendenzweck steckt dahinter. Ein Song für alle. Ein Song für uns.

„Von Beginn an war klar, der Song soll von verschiedensten Grafschafter Stimmen gesungen werden. Zu dem Zeitpunkt hätte niemand damit gerechnet, welchen Schneeballeffekt wir auslösen würden.“ staunt Henning Pohlmann. Der Filmmusikkomponist arrangierte im epischen Soundtrackstil den etwas anderen Weihnachtssong und bearbeitete in unzähligen Arbeitsstunden unentgeltlich über 820 Tonspuren voll mit Orchester-, Gesangs- & Effektstimmen.

Der Text, eher anti-weihnachtlich und sarkastisch geschrieben, entpuppt sich nach kurzem Reinhören als ein facettenreiches, unterhaltsames Musikwunder. Der Song, gesungen aus der Sicht eines Anti-Weihnachtsfans beschreibt, wie verrückt die Welt doch in dieser kurzen aber sinnlichen Zeit ist. Er versteht den ganzen Weihnachtstrubel nicht und hält davon auch großen Abstand, während verliebte Paare und glückliche Familien sich vereinen. Am Ende des Songs wird sein Standpunkt deutlich, weshalb er Weihnachten eher den Rücken kehrt. Interessant, anders und doch der typische Weihnachtskitsch, aber vor allem Ohrwurmverdächtig. 

Innerhalb von kürzester Zeit fanden sich zahlreiche Grafschafter Stimmen, z.T. Frontstimmen der verschiedensten Bands wie u.a. Rockstuff, Downtown, Therapiegruppe, Alltagshelden, Sonic Empire, Tabuwta uvm. Auch Gesangssolisten wie Soulsängerin Chananja Schulz oder Musical Darstellerin Nina Steinert besingen kurze Passagen aus dem Stück. Alle Künstler aufzuführen würde den Artikel sprengen. Eike Börgeling bekam die Herkules Aufgabe alle Stimmen im Tonstudio aufzunehmen. Dabei war Geduld, Künstlerbetreuung und technisches Know How wichtig. „Es war sehr zeitaufwendig. An sich wurde jeden Tag kontinuierlich an diesem Crossover Projekt gearbeitet.“ so der technische Leiter Börgeling von Emporia Records. Das junge Label will sich einen Namen in der Grafschaft machen und für jegliche musikalischen Talente Tür und Studio öffnen. Ein breites regionales Künstlernetzwerk ist das Ziel, zu dem Tom Wolf mit seinem Projekt einen wichtigen Grundstein legt. Der junge Mischer erinnert sich gerne an die Aufnahmen der Künstler: „Wir haben bestimmt zwanzig verschiedene Versionen des Songs und alle haben ihren eigenen Stil. Da fiel es schon schwer die jeweils besten Textzeilen zu finden, da wirklich viel gutes Material zu Stande kam. Besonders gefallen hat mir aber, wie die Künstler im Studio sich gegenseitig unterstützten und sich Tipps gaben.“

Am Musikvideo des gleichnamigen Projektes legte Lennard Oberhofer mehr als nur eine Nachtschicht ein. „Die Deadline war sehr streng gehalten. Das gab uns allen aber auch die Motivation und den nötigen Druck das Projekt rechtzeitig abzuschließen.“ Dass in dem Zeitstress  mögliche Details verloren gehen könnten, befürchtete Oberhofer nicht. „Wir haben alle Szenen mehrmals aufgenommen und so ein breites Spektrum an Material zusammen bekommen. Jedes Video wurde wieder und wieder analysiert und die besten Sequenzen notiert.“ Dank eines Kamerakrans konnten auf der Nordhorner Hauptstraße, im NINO Hochbau sowie in der Eissporthalle einzigartige Bilder festgehalten werden. 

Wie viele Stunden Pohlmann, Börgeling und Oberhofer unentgeltlich in dieses Projekt gesteckt haben, wagten sie nicht auszurechnen. Umso größer ist die Sprachlosigkeit und der Respekt von Tom Wolf. „Ich kann mich nur wiederholen und diesen Jungs sowie allen Beteiligten mitteilen wie dankbar ich ihnen bin. Ohne all diese Menschen wäre der Song nur eine weitere Idee in einer Schublade gewesen.“

Zahlreiche Solisten vereint mit einem riesen Jugendchor, kombiniert mit Rap und Soul inklusive sportlichen und musikalischen Beiträgen geben im Verband mit außergewöhnlichen Filmkulissen den ersten und größten Grafschafter Weihnachtssong.